Energieversorgung jetzt rekommunalisieren
Eon Westfalen steht zum Verkauf
(HKn) Noch nie standen die Chancen, die Energieversorgung wieder zu kommunalisieren, so gut wie zur Zeit. Der regionale Versorger E.ON Westfalen Weser steht zum Verkauf. Von Beginn an hatte die Konzerntochter E.ON-Westfalen Weser keinen guten Stand im Kreis Paderborn. Nach dem Motto „Privat kann billiger“ wurden nach der Übernahme des kommunalen Versorgers PESAG vollmundig günstigere Energiepreise versprochen. Herausgekommen sind saftige Preiserhöhungen, oftmals im zweistelligen Bereich.
2004 platzte dann Tausenden von E.ON-Kunden der Kragen. Sie verweigerten fortan unter Hinweis auf §315 jegliche Preiserhöhung und verlangten eine Begründung für die Verteuerung. Das Wort von den Gaspreisrebellen im Paderborner Land machte deutschlandweit die Runde. Begründen kann der Konzern den Preisanstieg bis heute nicht. Dafür sprechen die satten Konzerngewinne in den Jahren 2005 bis 2010 ihre eigene Sprache.
„Die Verkaufsabsichten kommen gerade zur rechten Zeit“, so Hubert Kniesburges, Delbrücker Ratsmitglied für die GABI. Im Kreis Paderborn und in den Kommunen wird vor dem Hintergrund der Energiewende über alternative Versorgungskonzepte nachgedacht, die im Wesentlichen auf der Eigenerzeugung durch regenerative Energien beruhen.
Kommunale Stadtwerke können diesen Prozess am wirksamsten unterstützen und fördern mit der Aussicht auf faire Energiepreise. „Der Delbrücker Stadtrat wird sich gemeinsam mit den politischen Entscheidungsträgern der anderen Städte und Gemeinden hinsetzen müssen, um zügig die Hausaufgaben zu machen. Es wäre wünschenswert, wenn Delbrücks Bürgermeister Peitz dazu die Initiative ergreift“, führt Kniesburges weiter aus.