Den Menschen an der Ostenländer Straße stinkt’s - Manfred Köllner will Maßnahmen absprechen

© 2010 Neue Westfälische - Paderborner Kreiszeitung, Dienstag 10. August 2010

Gestank nach faulen Eiern in der Straße
Initiative trifft sich / Stadt führt Messungen durch

Delbrück (sf). Den Menschen an der Ostenländer Straße stinkt’s: Immer wieder kommen dort aus dem Kanal üble Gerüche. Deshalb trifft sich eine Anwohner-Initiative heute Abend um 19 im Treff der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Zum langen Kreuz 7, um etwas dagegen zu unternehmen. „Wir können uns den dauernden Gestank nicht erklären“, sagt Manfred Köllner, Ratsmitglied für die Grün-Alternative BürgerInnen Initiative (GABI).

Schon seit Jahren gebe es diese Probleme, gebe es auch in den Ausschüssen immer wieder Anfragen. Die Stadt rücke mit Chemie dem Gestank zu Leibe – trotzdem stinke es an manchen Tagen weiter. „Das Grundproblem ist die Abwasserleistung von Ostenland, die nach Delbrück reinkommt“, sagt Köllner. Vor rund einem Monat habe man einen Nachbarschaftsbrief losgeschickt, auf den man eine gute Resonanz bekam und deshalb das erste Treffen ins Leben rief. „Wir stecken als Initiative gegen die Geruchsbelästigung noch in den Kinderschuhen“, betont der Ratsherr. Doch man wolle mit möglichst vielen Betroffenen der Ostenländer Straße und der Oststraße besprechen, welche Maßnahmen nach den Ferien ergriffen werden können. Kontakt kann aufgenommen werden über Manfred Köllner, Tel. (0 52 50) 51 27 50 oder per E-Mail über kanal@koellner-home.de.

Die Delbrücker Stadt hat bereits auf den Gestank reagiert. Olaf Merschmann vom Tiefbauamt erklärt, dass in der langen Druckrohrleitung von Ostenland nach Delbrück das Abwasser unter Sauerstoffausschluss mit einem Energie sparenden Pumpsystem transportiert werde. Dabei entstehe Schwefelwasserstoffgas. „Und das riecht wie faule Eier.“ Deshalb sei man bereits seit längerem in einer Erprobungsphase und geben ein bestimmte Dosierung Eisen-(II)-Chlorid hinzu und blase zudem zwei Mal nachts mit Luftsauerstoff per Kompressor in den Leitungen nach. Alle drei Minuten werde zudem in der Ostenländer Straße gemessen. „Und es sind gute Werte. Es riecht auch mal, aber es ist bereits erheblich besser geworden.“ Seit September laufen diese Messungen, im November könne man nach einer anfänglichen Testphase belastbare Daten auf den Tisch legen. Auch Nachjustierungen sind möglich, betont Merschmann.