Kampf um Erhalt einer Schulform
Delbrücker Realschule sieht auch bei einer Sekundarschule gute Chancen für Eigenständigkeit
VON ANDREAS GÖTTE
Delbrück. In die Diskussion um die künftige Schullandschaft in Delbrück schalten sich nun auch die Verantwortlichen der Johann-Sporck-Realschule ein. Sie wollen für den Erhalt der Realschule kämpfen und auch weiterhin diese Schulform in Delbrück anbieten .
Schulleiterin Sigrid Sordon-Hackel sieht angesichts der Schülerzahlen auch bei einer möglichen Sekundarschule genügend Schüler für die dann drei weiterführenden Schulen in Delbrück. Zurzeit werden an ihrer Schule 884 Kinder unterrichtet. In den nächsten Jahren sei eine Weiterführung der Realschule mindestens in der Dreizügigkeit möglich. Leider werde nur von der Sekundarschule gesprochen.
„Wir möchten auch weiterhin ein breites Angebot für die Eltern in Delbrück bereithalten. Sie sollen mehr als nur zwei Optionen für die Wahl ihrer Schulform haben“, betont die Schulchefin. Die Eltern seien mittlerweile sehr verunsichert, hat sie festgestellt. Im Gegensatz zur Sekundarschule könne die Realschule auf ein Jahrzehnte langes bewährtes Konzept verweisen. Dazu zählt Sordon-Hackel neben der Berufsorientierung auch die Schülerbetreuung und außerschulische Kooperationen. „Auch wir bieten alle Abschlüsse bis hin zur Qualifikation für das Gymnasium“, betont sie.
Lehrerin Wibke Lange vermisst den pädagogischen Hintergrund bei der Einrichtung einer Sekundarschule. Sie befürchtet, dass „die bisherige gute Arbeit nicht fortgeführt werden kann und das Kollegium auseinander gerissen wird.“
Schulpflegschaftsvorsitzende Petra Protte äußert andere Bedenken. So könnten im Falle einer Sekundarschule keine Schüler der fünften und sechsten Klassen mehr in Delbrück-Mitte eingeschult werden, sondern müssten nach Westenholz oder Ostenland fahren. „Deshalb sollten wir die Realschule so belassen und die Sekundarschule erstmal erproben“, so ihr Vorschlag.
Die Verantwortlichen fordern für die Eltern einen gut ausgearbeiteten sachlichen und unparteiischen Fragebogen, der den Elternwillen nach allen Schulformen abfrage. Schulleiterin Sordon-Hackel hofft auf mehr Professionalität als bei der Befragung bezüglich einer Gemeinschafts- beziehungsweise Gesamtschule (die NW berichtete). „Damals sind die Fragebögen bereits vor der Informationsveranstaltung verteilt worden“, schüttelt sie den Kopf. Am 4. Februar findet ein Tag der offenen Tür statt. Dann hofft Sordon-Hackel auf viele Anmeldungen als weiteres schlagkräftiges Argument.