Konzept für Gesamtschule
Elterninitiative zeigt Präsenz, um auch in der Politik mitreden zu können
VON CHRISTINA BASTRON
Delbrück. Ein Mitspracherecht bei der Gestaltung der Schullandschaft in Delbrück und umfassende, aber parteiunabhängige Informationen sind die Ziele der Elterninitiative Schule Delbrück.
In ihrer ersten Versammlung ließen Eltern ihrem Unmut über die bestehenden Verhältnisse freien Lauf: „Wir wollen gefragt werden – und nicht bevormundet!“, forderte Deborah Stollhans-Groß, Initiatorin der Initiative. Sie kritisierte, dass momentan lediglich ein Konzept für die Sekundarschule, aber keines für die Gesamtschule erarbeitet werde. „Wir wollen die Möglichkeit bekommen, zwischen zwei Konzepten auswählen zu können“, fügte Paula Mathias, grüne Ratsfrau und selbst Mutter von zwei Kindern, hinzu. Bevor es jedoch möglich sei, eine Wahl zu treffen, müssten die Eltern erst einmal umfassend informiert werden.
Diese Informationen sollten bestenfalls von der Bezirksregierung kommen. „Wir dürfen die Entscheidung nicht länger hinauszögern“, so Mathias. Das pädagogische Konzept für die Sekundarschule solle bis März fertiggestellt sein, so Bürgermeister Werner Peitz. Mitte März finde dann eine Elternbefragung statt. „Doch was geschieht, wenn die Eltern das Konzept ablehnen?“, fragte sich Stollhans-Groß. Dann müsse erst ein Alternativkonzept erstellt werden und das könne dauern. „Also warum wird nicht zeitgleich ein zweites Konzept erstellt?“, wunderten sich die Eltern.
Für Ratsfrau und Grünen-Mitglied Mathias gebe es „im Grunde keinen Unterschied zwischen Sekundar- und Gesamtschule“. Sekundarschulen seien „eine tolle Sache“ für kleine Gemeinden und für große wie Delbrück eher ungeeignet, so die Ratsfrau.
Ganz anders sieht das Reinhold Hansmeier von der CDU: „Eine Sekundarschule ist die sinnvollste Lösung für Delbrück.“ Aber, so Hansmeier weiter: „Wir haben nie gesagt, dass wir nicht auch eine Gesamtschule akzeptieren würden.“ Ende 2011 wurde die Bestandsgarantie für die Schulstandorte Delbrück, Westenholz und Ostenland erneuert (die NW berichtete). „Alle drei Standorte sind definitiv nicht zu halten“, machte Mathias deutlich.
Die Kinder dürften nicht dazu genutzt werden, vorhandene Räume zu füllen. Uneinig waren sich die Eltern nicht nur darüber, welche Schulform die bessere sei. Auch die Anwesenheit einiger Politiker spaltete die Meinungen: „Eltern und nicht Politiker sollen hier ihre Meinungen austauschen“, betonte die Initiatorin. Andere Teilnehmer fanden es gerade gut, dass die Politiker auch Interesse an den Meinungen der Eltern zeigten. Schon bald bemerkten die anwesenden Parteimitglieder ohne Kinder im Grundschulalter, dass sie unerwünscht waren und verließen die Versammlung.
Die Elterninitiative verständigte sich auf zwei Ziele, die sie künftig verfolgen wolle: Parteiunabhängige Informationen und ein Konzept für die Gesamtschule. Um ein Meinungsbild einzuholen, wolle sie Unterschriften sammeln. Der nächste Schritt sei die Formulierung eines Bürgerantrags. „Wir müssen die einmalige Gelegenheit, die Schullandschaft in Delbrück mitzubestimmen, auch nutzen“, so Mathias.