Unruhe in den Schlecker-Filialen

© 2012 Neue Westfälische 15 - Paderborn (Kreis), Dienstag 24. Januar 2012


(jwi) Auch die zwei Delbrücker Schleckerfilialen blicken in eine unsichere Zukunft. Mit der Abwicklung des Personals ist ein "alter Bekannter" betraut. Alexander Boldt war Personalchef bei der Marktkauf und organisierte den Personalabbau in den Marktkauffilialen sowie in der AVA-Zentrale in Sennestadt. Er wurde eigens zu diesem zweck von der Marktkauf bzw. der EDEKA eingestellt und ist zu eben diesem Zweck seit kurzem bei Schlecker als Direktor für den Bereich Personal engagiert. Sein Spitzname bei der Marktkauf: Abrissbirne.

VON SABINE KAUKE

Paderborn. Auch im Raum Paderborn sind die mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der größten deutschen Drogeriekette Schlecker nach der angekündigten Insolvenz ihres Arbeitgebers mit Bangen in die Woche gestartet. Von „Ängstlichkeit und Unruhe“ berichtet Silke Büyükopan, Betriebsratsvorsitzende im Raum Paderborn, gegenüber der NW: „Wir müssen erstmal abwarten, wie es jetzt weitergeht“.

Die Informationen über die Insolvenz der Drogeriekette ist für die Mitarbeiter „genauso überraschend gekommen wie für alle anderen“, erzählt Büyükopan, dass sie selbst aus den Medien davon erfahren habe. Informationen über bevorstehende Filialschließungen im Bereich Paderborn hat die 38-jährige noch nicht bekommen. „Das kann sich aber schnell ändern, wir werden immer sehr kurzfristig informiert“, weiß die Betriebsratsvorsitzende.

In ihrem Bezirk, zu dem auch Schloß Holte-Stukenbrock zählt, sind in den vergangenen vier Monaten 11 Filialen geschlossen worden – 9 davon seit November. „Das ging ganz schnell“, sagt Büyükopan. Entlassungen gab es bisher allerdings keine, die betroffenen gut 30 Mitarbeiter der elf geschlossenen Drogeriegeschäfte werden momentan in anderen Schlecker-Filialen im Paderborner Raum eingesetzt.

„Aktuell gibt es in meiner Zuständigkeit im Kreis Paderborn noch 16 Filialen“, zählt die Betriebsratsvorsitzende auf: fünf in Paderborn, drei in Borchen, jeweils zwei in Bad Lippspringe, Hövelhof und Paderborn-Elsen sowie je eine in den Ortsteilen Schloß Neuhaus und Sande.

Die jüngste Filial-Schließung hatte das Geschäft an der Marienstraße in der City getroffen – schon die vierte Schließung in der Kernstadt. Gar nicht mehr vertreten ist die Kette bereits in den Stadtteilen Benhausen, Marienloh, Neuenbeken, Sennelager und Wewer. Über das Kreisgebiet hat Büyükopan keinen kompletten Überblick, weil Orte wie Büren oder Lichtenau in den Bezirk Brakel fallen. „Und in einigen Städten wie beispielsweise Salzkotten gibt es in den Filialen keinen Betriebsrat.“